Office Eco-Building for SES Astra
Betzdorf (LU)
Energy-class B
stage: siteworks 2010 - 2011
client: SES Astra
architects collaborators: M. Boudier, C. Mueller, N. Laurent, C.Gitsels / POHL Architekten Stadtpläner
structural engineering: InCA
technical engineering: Goblet & Lavandier
built area: 2000 sqm
Betzdorf (LU)
Gestaltung und Funktionen
Der Neubau des SES Service Business Center in Betzdorf wird auf dem künftigen SES Campus „Pierre Werner“ an der Nord-Süd-Achse der verkehrsberuhigten, zur Allee ausgebauten rue P. Werner angeordnet und nimmt die bestehenden und künftigen Raumkanten auf.
Eine klare Form als Kontrast zum Landschaftsraum, das Ineinandergreifen und der Dialog von Gebäude und Landschaft und ein ausgeklügeltes energetisches Gebäudekonzept sollen als „Pionierprojekt“ ein Zeichen für die künftige Entwicklung auf diesem Baufeld setzen.
Die bebaubare Fläche von 36x36m auf dem Grundstück der Parzelle PW8 wird nur im Erdgeschoßbereich vollständig genutzt und auf der nördlich orientierten halben Parzelle in mit 2 Oberschossen ergänzt, wodurch ein komprimiertes Bauvolumen in Erscheinung tritt.
Auf der verbleibenden Freifläche wird der Grünraum aufgewertet, der mit den umgebenden grünen Raumkanten der Landschaft korrespondiert. Die Flachdächer werden intensiv begrünt.
Es entsteht ein klarer kubischer Baukörper, der seine Haupterschließung auf der Ostseite an der rue P. Werner erhält und dessen Hauptbüroflächen in den beiden Obergeschossen die Orientierung nach Norden haben, mit Blickrichtung zum SES Ciclotron.
Die Dreigeschossigkeit des Gebäudes ermöglicht mit optimierten Raumhöhen und Raumtiefen für die Büronutzung ein Maximum an Grundrißflexibilität. Diese hohe Flexibilität wird auch durch Stützenfreiheit und demontierbare modulare Ausbauelemente, wie Trennwandelemente, Schrank und Archivsysteme, Innenfassaden, Brüstungen, Geländer erreicht.
Das Erdgeschoß nimmt die halböffentlichen und allgemeinen Funktionen, wie Cafeteria, Konferenzbereich, Foyer, Empfang und Erschließung auf, ergänzt im südlichen Gebäudeteil mit Büroflächen und den zugeordneten Werkstatt- und Reinraumflächen, sowie den Lagern / Archivflächen der Mieter.
Der Teil der Nutzflächen im Erdgeschoß, der nicht natürlich zu belichten ist, wurde im Innenbereich bzw. in dem Teil des Erdgeschosses untergebracht, der sich in den natürlichen Geländeverlauf einbringt.
Die Werkstatt- und Reinraumflächen können von der Straßenseite über eine Schleuse beliefert werden und sind in höchstem Maße grundrißflexibel.
Die Büroflächen sind jederzeit reversibel und es können unterschiedlichste Raumkonzepte vom Einzelbüro bis zur Open-Space-Lösung realisiert werden.
Die Flächen für Besprechung und dynamische Archivräume wurden direkt in die Büroflächen integriert, um die Flexibilität für die Mieter in unterschiedlich großen Einheiten zu maximieren und moderne Mischbürostrukturen zu ermöglichen.
Der Erschließungskern mit Atrium entwickelt sich vom Gebäudezentrum im Erdgeschoß zur Südfassade in den Obergeschossen. Dem Erschließungskern wurden in den Obergeschossen die Allgemeinfunktionen (Sanitärbereiche, Teeküche, Medien) zugeordnet, die von allen potentiellen Mietern gemeinsam genutzt werden. Die Verkehrsflächen zur Erschließung der Büros wurden durch den Verzicht auf einen das Atrium umlaufenden Erschließungsgang minimiert.
Ausgehend vom Verteilerflur am Erschließungskern können im Luftraum des Atriums in ihrer Lage flexible Stege eingesetzt werden, die jederzeit versetzbar für einen notwendige Grundrißneustrukturierung sind.
Die Fassaden des SES SBC werden gebäudeumlaufend von geschoßhohen, gleich großen, farbbeschichteten Blechpaneelen oder Glaselementen bestimmt, die je nach Ausrichtung senkrecht der parallel zur Außenwand montiert sind. Die Ostfassade und die Westfassade sollen aus energetischen Gründen möglichst „geschlossen“ sein, deshalb sind hier die Paneele parallel zur Außenwand verlaufend angebracht und der Fensteranteil und Anteil der Verglasungsflächen so gering wie möglich gehalten.
An der Nord- und Südfassade sind die Blechpaneele senkrecht montiert, an der Nordfassade verhindern sie die Sonneneinstrahlung, die Blendung und Aufheizung der Büroräume durch die auf- und untergehende Sonne, an den Südfassaden nehmen Sie die außen liegenden horizontal verlaufenden, verstellbaren weißen Glaslamellen auf, die hier als Sonnenschutz die direkte Sonneneinstrahlung verhindern und als doppelte Haut eine natürlich ventilierte Fassade bilden.
Das modulare Fassadensystem wird auch im Gebäudeinneren in gleicher Maßlichkeit für die flexiblen Innenwände und Geländer fortgesetzt.
Energiekonzeption
Ziel ist die optimale Abstimmung von Wärmedämmung, Verglasung, Sonnenschutz und thermischer Masse zur Ermöglichung eines hochwertigen, komfortablen Innenklimas in einem weitgehend selbstregulierten, passiven, energetisch optimierten Gebäude.
Die nachhaltige Minimierung der Energiekosten steht im Focus der Betrachtung.
Die Wände des SES Service Business Center werden konstruktiv durch ein mehrschichtige vorgefertigte Holzelemente gebildet mit einer Holzfaser-Außendämmung von 30cm, Dreifachverglasungen, gedämmten Brüstungen. Zusammen mit den massiven Decken und den deckenunterseitig angeordneten PCM-Paneelen ergeben diese eine konstruktive Masse, die für die Energiebilanz des Gebäudes energetisch optimal wirksam werden können.
Die Wärme- und Kältespeicherung über die verwendeten Baustoffe ermöglicht einen deutlich geringeren Energieeinsatz beim Temperieren des Gebäudes.
Der winterliche Wärmeschutz durch eine effiziente und hochwertige Außenbauteildämmung und die Aktivierung der inneren Wärmelasten durch baustoffintegrierte Wärmespeicher-systeme tragen dazu bei, die noch notwendige Wärmeversorgung gering auslegen zu können und damit nachhaltig Energie zu sparen. Die Wärmeversorgung kann über eine
40 KW Holzpellet-Heizung oder Geothermie realisiert werden, die zusätzlich die Möglichkeiten einer CO2-neutralen Energieversorgung bieten.
Die Be- und Entlüftung des Gebäudes wird mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet.
Der sommerliche Wärmeschutz wird mit einer natürlichen Ventilation zur Kühlung des Gebäudes in der Nacht erreicht.
Zur freien Nachtlüftung werden an der Nordfassade raumhohe Lüftungsöffnungen zum Nachströmen der Kaltluft geöffnet und die Warmluft im Gebäudeinneren wird so - gezielt über die an der Decke abgehängten PCM-Paneele kanalisiert - über Innenfassaden und den thermischen Auftrieb im Atrium aus dem Gebäude abgeführt.
Zusätzlich können auch hier die baustoffintegrierten Wärmespeichersysteme, PCM-Paneele an den Decken die am Tag gespeicherten internen und solaren Wärmelasten abgeben und sich abkühlen.
Tagsüber wird das Gebäude be- und entlüftet, zusätzliche Fensterlüftung bleibt möglich.
Zusätzlich zu dieser Konzeption sollte die konsequente Vermeidung von internen und solaren Wärmelasten berücksichtigt werden.
Arbeitsplatzqualität, Nutzerkomfort und nachhaltige Bewirtschaftung stehen im Focus dieser Planungsaufgabe und ergeben ein integrales Gebäude- und Energiekonzept durch die Verknüpfung der vielfältigen Anforderungen mit niedrigem Energieverbrauch und den Einsatz erneuerbarer Energien.
stade: APS
maître de l'ouvrage: SES Astra
architectes collaborateurs: Christoph Gitsels, Christine Mueller / POHL Architekten Stadtpläner
stabilité: InCA
techniques spéciales: Goblet & Lavandier
budget: /
surface: 2000m2








